Leben mit einer Persönlichkeitsstörung: Nora erzählt
InterviewWie kann sich eine Persönlichkeitsstörung im Alltag zeigen? Und wie können Betroffene Wege finden, besser mit ihrer Persönlichkeitsstörung umzugehen? In diesem Interview teilt Nora Urbanski offen ihre Erfahrungen mit einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung. Sie erzählt, wie sie zur Diagnose gekommen ist, wie sich die Störung auf ihre Beziehungen und ihr tägliches Leben auswirkt und welche Angebote und Methoden ihr geholfen haben.
Hinweis: In diesem Interview wird auch über selbstverletzendes Verhalten gesprochen. Wenn du dich zurzeit in einer Krise – egal welche Art – befindest oder du eine akut betroffene Person kennst, stehen dir weitere Angebote auf dieser Plattform sowie kostenlose Anlaufstellen wie z. B. die Telefonseelsorge (0800 1110111 oder 0800 1110222) unterstützend zur Verfügung. Erlebst du oder eine Person, die du kennst, im Augenblick eine suizidale Krise oder anderweitige Selbstgefährdung, kontaktiere bitte umgehend den Notruf (112) und hol dir Unterstützung! Andernfalls kannst du dich jederzeit an deinen Arzt bzw. deine Ärztin, eine Psychiatrie, den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder die Telefonseelsorge wenden. Du bist nicht allein!
Wann und wie hast du erfahren, dass du eine emotional instabile Persönlichkeitsstörung hast?
Ich habe die Diagnose jetzt seit zwei Jahren. Um das vielleicht einzuordnen, ich bin jetzt 30 – habe die Diagnose also recht spät bekommen. Das Gefühl, dass es da vielleicht hingehen könnte, hatte ich schon eine ganze Weile. Es hat auch eine ganze Weile gedauert, diese Diagnose zu bekommen, weil Borderline auch nicht immer so ganz einfach zu diagnostizieren ist, das muss man einfach sagen. Es hat ein bisschen gedauert und es war dann aber sehr erleichternd, die endgültige Diagnose zu haben, auch wenn es erstmal irgendwo auch beunruhigend war, sage ich mal. Aber nur mit einer Diagnose kann man eben auch entsprechende Hilfe in Anspruch nehmen.
Warum war es erleichternd für dich, deine Diagnose zu bekommen?
Es hat eine Weile gedauert, bis ich das so richtig verarbeitet habe, sage ich mal, aber je mehr ich mich damit beschäftigt habe und je mehr ich darüber gelernt habe, desto besser hatte ich einfach so eine Erklärung dafür, wie ich durchs Leben gehe, wie ich Dinge empfinde. Das war so der erste Schritt. Es hat bei der Akzeptanz geholfen. Und für mich persönlich war es auch dann so ein Moment, okay, wenn es das jetzt ist und es ist jetzt eine medizinische Diagnose, dann fällt es mir irgendwo auch einfacher, entsprechend Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das war für mich dann irgendwie nochmal persönlich ganz wichtig. Ich finde es aber auch wichtig zu erwähnen, dass es innerhalb von Betroffenengruppen schon auch Diskussionen gibt, ob das überhaupt als Krankheit sozusagen bezeichnet werden sollte. Wir sprechen ja von einer Art von Persönlichkeitsmerkmalen und wenn man das als Krankheit klassifiziert, gibt man dem irgendwo auch so ein negatives Label. Für mich persönlich sehe ich das so: Das, was durch meine Persönlichkeit entsteht oder entstanden ist, also die verschiedenen Ausführungen, sage ich mal, also selbstverletzendes Verhalten beispielsweise ist ein sehr gutes Beispiel, das ist das, was mich krank gemacht hat oder das, was behandelt werden musste. Aber ich als Mensch bin nicht irgendwie falsch. Es ist vielleicht ein bisschen schwer nach außen zu erklären, aber ich will einfach nur sagen, dass ich finde, man sollte sich schon stark damit auseinandersetzen, was es eigentlich bedeutet, eine Persönlichkeitsstörung zu haben im Verhältnis zu, was ich ja auch habe, einer Depression. Eine Depression ist zumindest bei mir recht abgeschlossen, mit sehr klaren Symptomen, wird behandelt, mit Therapie, mit den Medikamenten. Also das ist für mich ganz eindeutig eine Krankheit, während das andere eben auch Teil meiner Selbst ist und das macht es auch irgendwie ein bisschen kompliziert. Aber wie gesagt, sich damit auseinanderzusetzen und die Diagnose eben zu haben, hat sehr dabei geholfen, die richtige Therapie für mich zu finden und ganz, ganz viel über mich selber einfach zu verstehen.
Wegen welcher früherer Verhaltensweisen warst du denn wenig überrascht, als du deine Diagnose bekommen hast?
Also, das erste Mal irgendwie damit auseinandergesetzt habe ich mich tatsächlich schon als Jugendliche, ab dem Zeitpunkt, an dem ich angefangen habe, mich selbst zu verletzen, also mich zu schneiden, weil ich irgendwie selber natürlich für mich gemerkt habe, okay, das ist ja jetzt nicht „normal”. Und ich bin natürlich ins Internet gegangen und habe ein bisschen herum geguckt und bin dann auf dieses Thema gekommen. Also, es gibt für emotional instabile Persönlichkeitsstörungen eben verschiedene, ich sage mal, Kategorien oder Punkte, die man erfüllen muss, um halt diese Diagnose zu erhalten. Und das Interessante für mich ist, dass ich ganz viel mich immer nur so ein bisschen mit denen wiederfinden konnte und ganz, ganz lange auch für mich selber immer damit gehadert habe. „Ja, irgendwie so ein bisschen, aber irgendwie auch nicht“ und „Hö?“ und „Keine Ahnung“. Und ich habe immer viele von meinen eigenen Problemen eigentlich auch kleingeredet. Deswegen, um jetzt auf deine Frage so richtig zu antworten, ich glaube, ich hätte es selber gar nicht unbedingt früher merken können, weil ich irgendwie mit dieser Erklärung, dieser Persönlichkeitsstörung, selber nicht so richtig klarkomme. Auch heute nicht. Es gibt so verschiedene Tests, die man halt macht usw. Und eine Frage, an der ich das ganz stark immer für mich festmache, ist z. B., da wird gefragt nach den Beziehungsverhältnissen. Also so was, wie z. B., dass, also ganz typisch für Borderline ist, dass man häufig wechselnde, zerrüttete Beziehungsverhältnisse hat, keine langen Beziehungen eingeht usw. Und diese Frage habe ich für mich immer kategorisch mit „Nein“ beantwortet, weil in meinem eigenen Kopf war das halt: „Naja, du warst ja immer in Beziehungen“. Ich habe aber erst viel später gemerkt, dass z. B. die ganz lange Beziehung mit einem Mann, also die Partnerschaft, die ich hatte, eine unglaublich toxische war und eine unglaublich verstörende und schädliche für mich. Das hat sich aber ja in diesem Fragebogen so jetzt gar nicht für mich widergespiegelt. Solche Sachen. Oder auch, ich habe noch eine Freundin aus meiner Schulzeit, aber habe sonst alle Kontakte nach und nach immer abgebrochen und habe das aber gar nicht so als Problem wahrgenommen oder dass das halt einen Grund hat, dass das vielleicht so passiert. Ich will damit sagen, es ist einfach eine Diagnose, die man wirklich nur über einen längeren Zeitraum mit professioneller Unterstützung eindeutig stellen kann, weil es halt nicht so eindeutig immer alles ist und es sich so unterschiedlich auswirken kann. Ja, also wenn jemand das Gefühl hat, „Okay, irgendwie könnte ich mich jetzt in paar Punkten wiedersehen“, oder „Ich habe so den Verdacht“, dann kommt man um professionelle Unterstützung da wirklich nicht drumherum. Und im besten Fall vielleicht auch noch jemanden, der sich auf diesen Bereich auch spezialisiert hat, weil es, wie gesagt, einfach nicht so einfach ist.
Wie würdest du nicht betroffenen Personen beschreiben, wie es dir im täglichen Leben so geht?
Ich habe dazu mal einen superguten Vergleich gelesen, den ich seitdem immer nutze, weil da sehe ich mich so hundertprozentig wieder. Das ist auch von einer betroffenen Person. Und zwar, wenn du dir jetzt bei dir selber vorstellst, dass deine Emotionen ein See sind und dieser See wird gestaut durch einen Staudamm. Das heißt, deine Emotionen sind ja irgendwie in dir drin, schloppen da so rum, sozusagen. Und der Staudamm verhindert aber, dass sie die ganze Zeit so raus rauschen, weil so ein Staudamm hat eben eine Schleuse und bei den allermeisten Menschen auf der Welt, die haben so eine gewisse Kontrolle, sage ich mal, über die Schleuse. Zumindest ist die Schleuse gut geölt, kann halt so in ganz, ganz vielen kleinen Schrittchen auf und zu gehen und dementsprechend gehen die Emotionen halt raus oder auch nicht. Und bei mir ist diese Schleuse halt leider ein bisschen kaputt. Das heißt, es kann vorkommen, dass und zwar innerhalb eines Tages, die Schleuse komplett aufreißt und alles einfach rausströmt und ich komplett überlaufen, überschwappt werde von einer Emotion, häufig dann so was wie unglaubliche Trauer oder so eine Wut, die mich richtig auffrisst. Kann aber auch eine Emotion sein wie Freude. Also auch wenn ich mich über irgendwas freue, ist das häufig ein superintensives Gefühl und ich werde dann wirklich so mitgerissen quasi. Also, da gibt es wenig, also ich kann das ganz schwer selber regulieren. Und dann gibt es aber eben auch das andere Extrem, was gerne auch passiert, wenn die Schleuse gerade komplett offen war, dass sie so ganz zugeht und ich auf meine Emotionen überhaupt keinen Zugriff habe. Da gab es auch ganz, ganz lange Phasen in meinem Leben, wo diese Schleuse auch eher wirklich zu war, so mehr oder weniger. Und ich relativ wenig empfinde und auch gar nicht sagen kann, wie es mir geht in dem Moment. Diese Schleuse hat, wie gesagt, relativ wenig verschiedene Stufen und kann auf einmal aufreißen oder zugehen und mir fehlt da komplett der Zugang zu. Ich denke, das kann man ganz gut so beschreiben. Und was das Ganze dann für einen bedeutet, ist, dass sich innerlich unglaublich viel Anspannung aufbaut, eben weil halt vor allem diese Emotionen die ganze Zeit irgendwie raus und rein und zu und auf. Also ich bin wirklich den ganzen Tag einfach nur damit beschäftigt, irgendwie meine Emotionen zu regulieren. Und das führt halt zu krasser Anspannung. Und diese Anspannung sucht sich dann gerne irgendwie ein Ventil. Und für mich persönlich waren Ventile halt auch dann eben, mir selbst zu schädigen, um diesen Druck irgendwie wieder loszuwerden auf verschiedene Art und Weise, sei es durch Selbstverletzung direkt oder auch teilweise, dass ich mir Essen verweigert habe, auch um irgendwie das Gefühl von Kontrolle zurückzubekommen. Dass ich zu viel Alkohol getrunken habe oder, ja, einfach Dinge, die irgendwie so ein gewisses Extrem sind, um irgendwie dieses Extrem in sich selber so ein bisschen auszugleichen. Ich glaube, das ist so das, was diese Krankheit auch so allgemein, also was viele Betroffene dann halt haben, ist eben dieses innere Ungleichgewicht an Emotionen, damit nicht umgehen können und diese Anspannung, die raus muss. Und das, was Menschen von außen dann eben sehen, ist halt eher so das, was daraus passiert, also eben extremes Verhalten. Können auch irgendwie Wutausbrüche sein oder so was oder halt in meinem Fall komplette Emotionslosigkeit. Also, ich habe ganz lange ein super Problem gehabt irgendwie, z. B. in der Uni Kontakte zu knüpfen, weil ich meine Emotionen gar nicht mehr zeigen konnte. Und das ist natürlich sehr schwierig, dann irgendwie mit Menschen in Kontakt zu treten usw. Ja, es ist eine sehr, sehr komplexe Geschichte auf jeden Fall und sehr individuell.
Gibt es denn bestimmte Auslöser, die dir die Kontrolle über deine Emotionen schwieriger machen?
Auf jeden Fall. Also ich bin immer noch dabei, die so richtig zu verstehen, aber ich habe auf jeden Fall zwei mindestens ausgemacht. Das eine ist jede Art von Kontrollverlust, wenn es um irgendwas geht, was mir selber passiert, sozusagen. Also wenn ich das Gefühl habe, ich kann nicht mehr darüber entscheiden, was ich jetzt tue oder fühle mich irgendwie eingeengt. Das ist ganz schwierig für mich. Und das andere ist, wenn ich das Gefühl habe, zurückgewiesen zu werden, z. B. – also ich habe so Verlassensängste, z. B. auch immer wieder – genau, also wenn irgendwie sowas bei mir ankommt. Ganz konkretes Beispiel, und das passiert halt immer wieder, ist, wenn mein Partner einfach einen schlechten Tag hat, wie das so passiert. Dann ist das für mich halt leider so, dann nehme ich es total krass wahr. Also ich bin sehr, sehr empfindlich für Emotionen anderer auch und ich sauge das dann halt stark auf. Also ich habe irgendwie keine gute Barriere zwischen meinen eigenen Emotionen und den Emotionen anderer. Und das heißt, ich merke dann z. B., dass es ihm irgendwie nicht gut geht, dass er schlecht drauf ist, wie auch immer, sauge das dann auf, dann geht es mir selber auch schlecht und ich beziehe das halt auch auf mich selber und habe dann direkt das Gefühl, dass es irgendwas mit mir zu tun hat und reagiere dann natürlich vielleicht auch wieder nicht gerade produktiv, indem ich eben dann meine Ängste oder meinen Frust oder was auch immer wieder rauslasse und dann vielleicht ein bisschen wütend werde, weil ich denke, ich mache doch gar nichts. Und das Vertrackte dabei ist eben, dass diese Emotionen, die mich so überschwappen, mein Denken dann halt auch so krass beeinflussen. Also ich fühle und dadurch denke ich dann was Bestimmtes. Ich fühle, ihm geht es nicht gut, ich fühle mich dann nicht gut und ich denke, dass es mit unserer Beziehung und uns zu tun hat und irgendwas, was ich getan habe und dass er mich jetzt verlassen wird. Das ist wirklich so ein Kreislauf, der halt dann immer wieder bei ganz verschiedenen Themen losgetreten wird.
Deine Gedankenspirale gerade zeigt ja ganz gut, dass eine Kleinigkeit schnell zu einem Extrem führen kann. Verstehe ich das so richtig?
Genau. Und ich kann mir auch total vorstellen, dass das von außen auch superschwierig ist, weil für mich ist das ja alles logisch. Und ich habe auch erst jetzt mit dieser Diagnose z. B., und nachdem ich mich damit wirklich auseinandersetze, verstanden, dass das halt meine Logik ist und nicht von anderen. Genau, also das ist wirklich total schwierig, das dann auch für sich selber zu trennen. Was ich auch noch mal dazu sagen wollte, ist, dieses Emotionen von außen aufnehmen. Das ist auch wirklich echt ein Problem, weil es gibt immer wieder Momente, in denen ich auch irgendwie empfindlicher bin für Emotionen anderer und das kann mit zu so einem Punkt kommen. Ich kann mir bestimmte Filme, Videos, nur noch mal Musik, was auch immer, kann ich mir einfach nicht angucken. Gucke ich mir auch wirklich nicht mehr an, weil ich keine Barriere schaffen kann zwischen Fiktion und Realität. Das ist wirklich zu dem Punkt … Also ich kann wirklich nicht, selbst bei einem Animationsfilm oder so, wenn da eine Figur irgendwie stirbt oder leidet oder wie auch immer, ich kann keine Barriere schaffen, zu verstehen, dass das nicht real ist. Für mich ist das real. Und in Extremfällen ist das sogar so: Ich hatte eine relativ lange Zeit, wo ich psychisch sowieso nicht so stabil war, wo ich auch überhaupt keine Nachrichten gelesen habe, weil – ich weiß, das klingt immer so ein bisschen bescheuert, aber – rein zu lesen von, ich weiß nicht, Zahlen von Menschen, die bei einem Unglück ums Leben gekommen sind oder weiß ich nicht, in Krisengebieten, Anzahl an Frauen, die vergewaltigt wurden, wie auch immer. Das sind für mich keine Zahlen. Ich nehme das total auf und das macht emotional richtig heftig was mit mir. Und das ist halt auch dieser Teil dieser Persönlichkeitsstruktur. Das wird halt nicht weggehen. Das ist nichts, was ich irgendwie … Ich kann halt trainieren und lernen, wie ich dann in dem Moment damit umgehe, damit es mir besser geht, aber diese Barriere schaffen – das wird sich wahrscheinlich nie ändern.
Wie sah denn der Prozess von der Diagnosestellung hin zu einem besseren Umgang mit deiner Persönlichkeitsstörung in deinem Fall konkret aus?
Ich war eine Zeit lang, als ich auch eine starke Depression hatte, war ich in stationärer Behandlung und hatte dort auch ein bisschen zufällig das Glück, dass die Station, auf der ich war, eine DBT-Station war. Das ist eine spezielle, wie soll man sagen, eine spezielle Behandlungsform für Borderliner. Das heißt, dass die Therapeut:innen dort vor Ort eben halt besonders viel Wissen auch zu dem Thema hatten. Und die haben mit mir dann halt auch noch mal Tests gemacht und viele Gespräche geführt und so weiter. Und da hat sich das dann schon mal verhärtet, der Verdacht. Da hieß es dann noch eine sogenannte Akzentuierung. Das bedeutet, dass ich halt einige dieser Kategorien, die ich schon erwähnt habe, erfülle. Und dann ging es eben, nachdem ich dann aus dieser stationären Behandlung wieder raus war, habe ich angefangen, in eine Tagesklinik zu gehen und dort wurde darauf dann quasi auch aufgebaut. Also dann habe ich mit der Therapeutin auch noch mal intensiver mir bestimmte Sachen angeguckt, habe seitdem ja auch selber reflektieren können, noch mal mehr erzählt und dann war halt relativ klar, okay, es ist wirklich diese Art von Diagnose. Und damit ging dann halt so ein bisschen, ja die Arbeit ein bisschen intensiver schon los.
Das Gute ist eben, dass sobald man weiß, woran man ist, gibt es eben Wege, wie man lernen kann, mit sich selber, mit seinen Emotionen besser umzugehen. Das hat erstmal ganz viel damit zu tun, Anspannung abzubauen: Wie kann ich das auf gesunde Art und Weise machen? Das war somit das erste Ziel, auch von mir persönlich, halt nicht mehr mich irgendwie selbst zu verletzen oder irgendwie schädlich mit mir umzugehen, sondern andere Wege zu finden. Und andere Sachen sind natürlich überhaupt erstmal zu lernen, Emotionen zu verstehen bei sich selber. Die arbeiten dann auch viel mit einem daran, auch körperliche Symptome von Emotionen sozusagen zu verstehen. Also, woran mache ich das jetzt fest, dass ich eine bestimmte Emotion habe? Wie fühlt sich das jetzt an? Solche Sachen eben. Also es war wirklich so ein bisschen aufbauen, erstmal mit den Symptomen besser klarkommen, also mit dieser Anspannung, dann die Emotionen besser zu verstehen und nach und nach dann auch Gedankenmuster usw. Und nach der Tagesklinik habe ich ein spezielles Programm absolviert, das heißt STEPPS. Es kommt aus den USA. War wirklich ein ganz, ganz tolles Programm, das mir am allermeisten geholfen hat. Also es ist keine klassische Therapie, sondern wirklich ein Training. Das heißt, man trifft sich einmal die Woche in einer Gruppe von Betroffenen, in einer festen Gruppe, immer für zwei Stunden. In meinem Fall waren das dann zwei Ergotherapeutinnen, die das geleitet haben. Und Ziel des Ganzen ist, sowohl die eigene, ja ich sag mal, Situation besser zu verstehen, also wie wirkt sich die Persönlichkeitsstörung jetzt auf mich persönlich aus, und natürlich auch ganz, ganz konkrete Methoden zu lernen, um damit umzugehen. Und das hat mir eben sehr gut gefallen, dass es einfach sehr alltagsnah war. Und dadurch, dass dieses Programm sich wirklich lange zieht – ich überlege gerade, das waren, glaube ich, acht Monate oder so, also wirklich sehr lang – nimmt man jede Woche was mit, übt die Sachen dann quasi zu Hause und bespricht sie dann wieder. Man kann sich das wirklich so vorstellen, wir haben richtig Arbeitsblätter bekommen und solche Sachen, z. B. sollten wir jede Woche, oder eigentlich jeden Tag tatsächlich, unsere Anspannung messen. Das war so eine kleine Tabelle quasi, wo man dann am Ende des Tages immer reflektiert, an welchen Situationen war ich besonders angespannt. Einfach so eine Skala von eins bis fünf, fünf mit sehr hoher Anspannung, eins mit sehr niedriger. Und dadurch, dass man das dokumentiert hat, habe ich dann halt für mich auch selber gewisse Muster erstmal erkannt. Was sind denn Situationen, wo ich häufiger angespannt war? Was sind da meine Gedankengänge? Wie hat sich das genau angefühlt? Was habe ich danach gemacht? Was habe ich davor gemacht? Das ist sehr aufwendig natürlich, aber es hat unglaublich viel gebracht, um mich selber halt besser kennenzulernen. Ja, und dann geht man ganz konkrete Sachen durch. Die Basissachen wie Essverhalten, Schlafverhalten, lernt dazu nochmal Sachen, diskutiert dazu, tauscht sich aus, spricht sehr viel über Themen wie Grenzen setzen, zwischenmenschliche Beziehungen managen, eigene Gedanken verstehen, Gedankenmuster verstehen. Und so erarbeitet man sich halt über diese Woche ganz für sich persönlich innerhalb der Gruppe, wie gesagt, so eine Art Methodik. Also: Wie kann ich mir selber helfen? Und das war auch deswegen so wertvoll, weil es dem Ganzen so ein bisschen den Schrecken nimmt. Wenn ich das Gefühl habe, ich habe keine Kontrolle über meine Emotionen, die schwappen halt die ganze Zeit über, das Schleusentor geht auf und zu, aber immerhin, wenn das passiert, dann kriege ich es jetzt eher mit und ich verstehe, was passiert und was ich jetzt tun kann, um mir selber zu helfen. Und das gibt einem unglaublich viel Lebensqualität zurück. Oder gibt es mir überhaupt mal.
Hinweis: Im vorherigen Abschnitt wurden zwei Begriffe erwähnt, die gegebenenfalls nicht allen Lesenden bekannt sind. DBT (Dialektisch-Behaviorale Therapie) ist eine Psychotherapieform zur Behandlung von psychischen Störungen, die mit einer Störung der Emotionsregulation einhergehen. Sie wurde für chronisch suizidale und Borderline-Patient:innen entwickelt. STEPPS (Systems Training for Emotional Predictability and Problem Solving) ist ein Gruppentrainingsprogramm, in dem Betroffene die Vorhersehbarkeit von Situationen, die Emotionen auslösen, und das Problemlösen systematisch trainieren.
Hat dir dieser Prozess auch dabei geholfen, deine Emotionen jetzt besser regulieren zu können?
Auf jeden Fall. Es war ja auch mit der große Punkt des Programms. Ich habe da verschiedene Methoden gelernt. Eine davon ist z. B., sich ganz bewusst von Gedanken und Emotionen, Situationen zu distanzieren. Also was ich erstmal echt lernen musste, zu merken, okay, irgendwas geht gerade ab. Ist auch eigentlich egal, was gerade abgeht, aber wir haben erstmal das Gefühl, okay, ich merke, Anspannung geht hoch, Gedankenkarussell heißt, ich muss mich jetzt vielleicht aus dieser Situation erstmal entfernen. Und damit auch wirklich physisch distanzieren, anderer Raum, Wohnung verlassen, was weiß ich. Das ist so eine Sache, die wirklich sehr praktisch ist und das andere sind sogenannte Skills. Ich spiele hier die ganze Zeit schon mit einem Armband herum zum Beispiel. Skills sind Dinge oder Verhaltensweisen, Tätigkeiten, die einem persönlich helfen, Anspannung abzubauen. Das ist komplett individuell, was es ist. Für mich sind es häufig irgendwelche körperbetonten Skills, also Dinge, wo ich rumfummeln kann, die ich anfassen kann usw. Es gibt aber auch Sachen, wie, wenn man z. B., um sich zu beruhigen, im Kopf von 100 in 7er-Schritten runter zählt. Das ist auch ein Skill beispielsweise. Also alles, was einem so hilft, halt irgendwie runterzukommen. Die meisten Menschen nutzen Skills unbewusst und wenn man halt viel mit dieser Anspannung zu tun hat, dann ist es unglaublich wertvoll, das ganz bewusst zu lernen. Ich habe beispielsweise – ich habe das hier mitgebracht – mir mein eigenes kleines Skill-to-go-Säckchen gemacht. Das ist ein Beutel, den ich mal geschenkt bekommen habe, den ich sehr gerne mag. Und das sind halt alles Sachen, die ich auch unterwegs dabei habe, weil gerade in Phasen, wo ich vielleicht instabil bin, kannst du halt jederzeit überall getriggert werden. Deswegen habe ich inzwischen wirklich immer in jeder Tasche irgendwas dabei, wo ich weiß, das hilft mir dann. Und da sind verschiedene Sachen drin. Also was ich ganz toll finde, ist dieser Fummelwürfel tatsächlich hier. Der ist mega, auch z. B., wenn man im Büro oder Homeoffice ist oder unterwegs, weil es ist nicht so auffällig, wenn man irgendwo so ein bisschen herumfummelt. Das machen ja viele Leute. Und das bringt mich aber z. B. total runter. Ich habe aber schon gesagt, ich brauche auch intensive Sachen. Ich habe z. B. auch so was, das ist wirklich so ein ganz harter Spike-Ball, den ich halt ganz fest festhalten kann. Das tut auch relativ weh. Der Punkt ist aber, Skills sind immer Dinge, die dich nicht verletzen, halt im Unterschied zu selbstverletzendem Verhalten. Es darf dich auf keinen Fall schädigen, sondern es gibt dir einfach so einen intensiven Moment. Was mir z. B. auch hilft, ist z. B. alles mit extremer Kälte, also z. B. Eiswürfel auf die Unterarme oder so Kühlpacks oder so, dieser Schockmoment. Das hilft halt, ja, sich so rauszuziehen. Oder was auch mein absolutes Notfallding ist – man nutzt Skills quasi auf verschiedenen Ebenen auch. Wenn ich jetzt nur so ein bisschen angespannt bin, wie jetzt gerade, dann reicht mir so ein Armband und das ist okay. Wenn es aber so hart ist, dass ich wirklich merke, entweder dissoziiere ich jetzt gleich. Dissoziieren bedeutet, dass bei mir die Emotionen so krass übergeschwappt sind, dass die Schleuse quasi ganz runtergeht und ich komplett abgeschnitten bin von meiner Umgebung. Das kann auch überall passieren. Es ist ein Schutzmechanismus der Psyche einfach. Traumapatient:innen kennen das teilweise auch. Und es ist wirklich so, dass man sich so fühlt, als wenn man so durch den Nebel läuft. Man sieht nicht richtig, man hört nicht richtig, ich fühle nicht, ich werde teilweise auch ganz starr körperlich und kann mich nicht bewegen für teilweise längere Zeit. Das ist, wie gesagt, so ein Schutzmechanismus. Grundsätzlich nicht schlimm, sage ich mal. Kann sogar sehr angenehm sein, weil wenn die Anspannung so krass hoch ist, dass es einfach nur noch Leiden ist, dann ist dieses Dissoziieren halt auch irgendwie das kleinere Übel. Aber natürlich gibt es Situationen, da will man das nicht und da kann man das echt nicht gebrauchen. Und um das zu verhindern, brauche ich halt schon relativ harte Methoden, sage ich mal. Und deswegen habe ich auch Chili-Bonbons. Kann man im Internet bestellen. Generell, es gibt Online-Shops für Skills und so, sind echt cool. Chili-Bonbons, die sind so heftig, dass ich die noch nicht mal zu Ende lutschen kann, aber das ist dann wirklich dieser absolute Schock körperlich, der einen halt wieder in den eigenen Körper zurückholt. Ja, also das sind so verschiedene Dinge. Oder es kann auch was mit Geruch sein, irgendwas, was einem guttut oder andersherum auch irgendwas Scharfes. Ist total individuell. Es ist für jeden was anderes, aber lohnt sich sehr, das so für sich auszuprobieren. Und bei STEPPS hatte ich halt auch gelernt, wie gesagt, für mich wirklich so ein bisschen eine Liste zu machen und einen Plan, mit welcher Art von Anspannung, was hilft mir wann oder zu dem Punkt, wo die Anspannung so hoch ist, dass ich das Gefühl habe, ich kann gar nicht mehr richtig denken, dass ich so eine Notfallliste auch habe. Also ich habe so ein ausgedrucktes Stück Papier, wo nochmal drauf steht, okay, das, das, das und das tust du jetzt. Und wenn das nicht funktioniert, habe ich z. B. die Nummer von der Krisenhotline, also Seelsorge, habe ich auch schon mal genutzt, hat total gut geholfen, oder eben auch Nummern von Notfalldiensten usw., falls ich allein bin und irgendwie es gar nicht geht. Habe ich Gott sei Dank noch nicht gebraucht. Was ich halt einfach damit sagen will, ist, es ist, glaube ich, ganz wichtig, das zu akzeptieren, was man halt braucht und das für sich herauszufinden.
Gibt es denn neben den Skills und dem STEPPS-Programm noch weitere Tipps, die du mit Betroffenen teilen kannst?
Also ich denke, was einfach essenziell wichtig ist, ist, zu versuchen, in sich selber reinzuhören und sich selber sozusagen so ein bisschen zu beobachten, um dann Schritt für Schritt zu lernen, wie man auf bestimmte Situationen reagiert. Es gibt da auch verschiedene Techniken, die man im Internet findet. ABC-Technik ist z. B. was, was man einfach mal googeln kann, um, im Nachhinein, wenn man merkt, man hatte eine Situation, die irgendwie, ich weiß nicht, „eskaliert“ ist oder die einen sehr beschäftigt hat, wo man gemerkt hat, man wurde überschwemmt von seinen Emotionen, dass man die im Nachhinein sich noch mal anguckt, vielleicht auch mit einer anderen Person zusammen, um so noch mal ein bisschen Feedback zu bekommen, um so im Nachhinein auch so seine eigenen Schemata zu verstehen, seine eigenen Verhaltensweisen. Gleichzeitig glaube ich auch, dass in den allermeisten Fällen professionelle Unterstützung einfach unerlässlich ist, einfach weil die Tücke des Ganzen ist, dass man so stark in seinen eigenen Gedankenmuster und Gefühlswelten verankert ist. Also das ist ja was, was irgendwo auch angeboren ist. Das heißt, man hat ja nie was anderes gelernt und hat keinen Vergleichswert. Dementsprechend ist es, glaube ich, wahnsinnig wichtig, dieses Feedback von außen zu bekommen und häufig eben auch von einer neutralen Person von außen zu bekommen. Natürlich hilft es auch total, Feedback von nahestehenden Personen zu bekommen, aber dadurch, dass wir nun mal über Emotionen reden, kann das halt auch alles dann wieder sehr aufgeladen sein. Also ja, muss man dann für sich selber gucken, was einem dann vielleicht besser hilft.
Was hättest du gerne früher gewusst und dir von deinen Mitmenschen gewünscht?
Also ich glaube, was ich generell gerne früher gewusst hätte, wäre überhaupt, dass es so was wie Persönlichkeitsstörungen gibt und was das überhaupt bedeutet. Also dieses ganz grundsätzliche Wissen, dass Menschen ihre Umwelt unterschiedlich verarbeiten und dass das ganz normal ist. Ich glaube, das wäre irgendwie schon mal sehr hilfreich gewesen. Was ich damit sagen will, ist der Bereich Aufklärung, einfach über psychische Erkrankungen generell besser Bescheid zu wissen. Ich glaube, das hätte, glaube ich, sehr viel auch beschleunigt in meinem Weg, selber auch Unterstützung zu holen und dadurch dann herauszubekommen, dass ich eben eine Persönlichkeitsstörung habe. Was ich mir von meinen Mitmenschen eben mehr gewünscht hätte, gerade von meinen Eltern, weil ich ja schon recht jung war, als so die ersten Symptome, sage ich mal, aufgetreten sind, wäre, dass das halt ernster genommen würde und nicht auf die „Naja, es ist halt Pubertät“-Schiene geschoben würde. Und natürlich ganz grundsätzlich, dass wir in der Familie anders über Emotionen gesprochen hätten, überhaupt über Emotionen gesprochen hätten, über Konflikte. Und auch ein Punkt, ich bin bei weitem nicht die Einzige in der Familie, die eine psychische Erkrankung hat. Auf meiner mütterlichen Seite ist es sehr stark verbreitet und in früheren Generationen wurde halt einfach nicht drüber gesprochen bzw. da fehlt einfach auch bis heute die Einsicht, sowohl bei meiner Mutter als auch bei meinem Großvater und bei meiner Tante, dass es da überhaupt irgendwie vielleicht ein Problem gibt. Und ich finde, also ich glaube, es hätte viel in unserer Familie bewirkt, wenn wir früher insgesamt als Familie offen über so was hätten reden können und wenn Familienmitglieder natürlich auch einfach Hilfe bekommen hätten, weil da irgendwo natürlich auch gewisse Verhaltensmuster sich dann über die Generationen weitergegeben haben. Deswegen bin ich sehr froh, dass ich mit meinem älteren Bruder inzwischen eine etwas andere Möglichkeit gefunden habe, zu sprechen. Es ist zwar immer noch sehr schwer, weil wir es beide ja nicht gelernt haben auch, aber er hat eben jetzt zwei Kinder und ich finde es so wichtig, irgendwie zu schauen, dass vielleicht bei meinen Neffen alles ein bisschen anders läuft. Und ich weiß, dass meine Schwägerin über Emotionen mit denen redet und ja, dass, wenn diese, ich sage mal, Gene weitergegeben wurden, was halt sein kann, dass wir vielleicht aber, also mein Bruder, meine Schwägerin und ich auch irgendwo, ein anderes Bewusstsein dafür haben, dass man halt ein bisschen drauf guckt, ein bisschen drauf schaut und frühzeitig einfach professionelle Hilfe zuratezieht, was ja absolut keine Schande ist und manchmal einfach notwendig und einfach kein Problem sein sollte.
Auf was können Außenstehende sowie Angehörige achten, um den Umgang und das Zusammenleben mit Menschen mit Persönlichkeitsstörung aus deiner Sicht zu vereinfachen?
Ja, auf jeden Fall. Was mir total hilft, ist, ich sage mal einfach, Verbindlichkeit. Ich meine das in dem Sinne, dass ich mich darauf verlassen können muss bei Menschen, die mir nahestehen, dass wenn irgendwas ist, dass die sich mir mitteilen. Und wenn ich z. B. sage, ich habe irgendwie das Gefühl, irgendwas ist gerade los, dass ich mich dann auch verlassen kann, dass die Person ehrlich antwortet und nicht sagt: „Nein, nein, ist alles schon okay“, wenn es nicht so ist. Weil wenn ich nicht diese Transparenz habe, dann geht bei mir die Gedankenspirale sehr schnell los. Und ich weiß, das ist auch irgendwo viel verlangt für manche Menschen. Das ist auch vollkommen verständlich. Das ist einfach nur etwas, was mir auf jeden Fall hilft, genauso wie halt einfach ein Verständnis dafür, dass ich aus von außen nicht unbedingt ersichtlichen Gründen manchmal extrem reagiere auf Situationen oder auch mal eine Verabredung absagen muss, weil ich mich nicht stabil genug fühle, um irgendwie auf eine Party zu gehen oder irgendwie so was. Das sind so einfach wichtige Punkte. Und das Allerletzte, was, glaube ich, das Allerwichtigste für mich ist, ist, dass ich jetzt weiß, dass es Menschen in meinem Leben gibt, die mich so akzeptieren, wie ich bin, mit der Störung und allem, mit dem Ganzen, was dahinter steckt quasi und mit denen ich ganz normal darüber reden kann. So wie, weiß ich nicht, wenn ich jetzt Diabetes hätte, dass es so dasselbe Level hat. Ja, es ist halt was, was krassen Einfluss auf mein Leben hat, mal mehr, mal weniger. Aber ich kann einfach mit meinen engen Freunden, mit meinem Partner ganz normal darüber reden und ich kann ganz offen sagen: „Oh, heute habe ich einen Tag, wo meine Emotionen total Achterbahn fahren“, oder „Ich komme heute an meine Emotionen nicht dran“, also dass das so normalisiert wird, weil das den Schrecken des Ganzen auch nimmt und ich mich natürlich dann einfach nicht so alleine fühle. Das ist so das Allerwichtigste. Und ich weiß es sehr zu schätzen, wenn Personen einfach Fragen stellen, weil ich verlange von niemandem, dass man das einfach nachvollziehen kann, was so abgeht. Und ich weiß das eher zu schätzen, wenn jemand wirklich einfach Fragen stellt und sich vergewissert und man einfach drüber redet. Ja, das tut sehr gut.
Hinweis: Befindest du dich zur Zeit in einer Krise oder kennst eine betroffene Person? Dann zögere bitte nicht, dir Unterstützung zu holen. Öffentliche kostenlose Anlaufstellen wie die Telefonseelsorge oder die psychologischen Ansprechpersonen hier auf der Plattform sind jederzeit gerne für dich da, wenn du mit jemandem sprechen möchtest. Erlebst du oder eine Person, die du kennst, im Augenblick eine suizidale Krise bzw. anderweitige Selbstgefährdung, kontaktiere bitte umgehend den Notruf und hol dir Unterstützung. Andernfalls kannst du dich jederzeit an deinen Arzt bzw. deine Ärztin, eine Psychiatrie, den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder auch hier an die Telefonseelsorge wenden. Du bist nicht allein!
Noras Erzählung zeigt eindrücklich, wie sich eine Persönlichkeitsstörung äußern kann und welche Unterstützung Mitmenschen bieten können. Sie verdeutlicht zudem, wie wichtig es ist, offen über psychische Gesundheit zu sprechen und mehr Verständnis für psychische Erkrankungen zu schaffen. Informiere dich gerne weitergehend zu diesen Themen hier in der Mediathek oder kontaktiere die hier hinterlegten psychologischen Ansprechpersonen, wenn du dir ein persönliches Gespräch wünschst.
Dieser Artikel wurde von Evermood erstellt und zuletzt am aktualisiert.